Konzertbeschreibung
SambaSunda Chamber Ensemble
(Indonesien)
Indonesien ist ein Schmelztiegel von Kulturen, Religionen und Musiken mit mehr als 240 Millionen Einwohnern, in dem Sufis, Muslime, Christen und Animisten sich zumindest in der Musik die Hände zu reichen als universelles Faktum des Verstehens. Und dieser Soundtrack
wird auf Java traditionell von einem Gamelan Orchester geliefert:
In einem kompletten Gamelan können bis zu 40 Spieler vereint sein. Es gibt keine eigentlichen Solisten. Jedes Instrument des Orchesters (bestehend vor allem aus hängenden Gongs und Kesselgongs, Metallophonen, Xylophonen) sind für den Gesamtklang wichtig und nur im Zusammenspiel aller Instrumente ergibt sich der gewünschte Klang.
Insofern stellt ein Gamelan ein soziales Ideal dar, in dem jeder auf den anderen hört und seinen Teil zum Gesamtergebnis beiträgt, ohne selbst im Vordergrund zu stehen.
Im Zuge der Globalisierung und des wachsenden Tourismus ist in den letzten Jahren das „Gamelan jegog“ und „Gamelan degung“ (eine in Sunda einheimische Form und Tonart) entstanden, bei dem die schweren und teuren Instrumente aus Metall durch leichte, preisgünstige aus Bambus ersetzt wurden. Dies ermöglichte den Musikers einfacher zu Konzerten in Hotels und auf Festivals zu reisen und ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Auf
Bali, aber auch in Bandung, der Hauptstadt der Sundaregion auf Java entstand so ein neuer schillernder Sound: Gamelan degung - eine neue Klang-Dimension, dem sich auch SambaSunda verschrieben hat.
Die insgesamt fast 20-köpfige wildfröhliche Gruppe SambaSunda aus Bandung spielt groovige und trancehafte Stücke und bringt damit erstmals traditionelle sundanesische Musik auf Ohrenhöhe mit den globalisierten zeitgenössischen Musikstilen unserer Zeit. Dieses akustische Projekt besticht durch das einzigartige Zusammenspiel einer Vielzahl von
Instrumenten, die in dieser Form normalerweise nicht zusammenspielen: Eine Sumatra-Oboe tauscht Melodien mit einer westlichen Violine, abgestimmte Bambusrasseln treffen auf Gongs und Metallofone. Vorangetrieben wird das Ganze von einer Perkussions-Sektion:
sundanesische Doppelfasstrommeln, javanesische Rahmentrommeln. Dazu die
gezupfte Zither und Bambusflöten, wilde Chorgesänge mit charismatischer Kraft und in den ruhigeren Stücken die atemberaubende Stimme der Leadsängerin Rita Tila. Nun kommt SambaSunda mit einem
„Gamelan degung“ nach Europa, das traditionell auch als kammermusikalisches Kleinformat existiert. Die fünf Musiker
präsentieren traditionelles Liedgut und überlieferte Rhythmik in zeitgenössischen Arrangements. Im Sinne der Musik wird trotz der für ein Gamelan-Orchester reduzierten Anzahl der Spieler auf nichts verzichtet was gut ist !
Ismet Ruchimat Kacapi (Brettzither)
Asep Yana Karyana Kacapi, Suling (Bambus Flöte)
Yadi Cahyadi Violine (Sunda Stil), Kacapi
Budi Sofyan Kendang (Percussion)
Rita Tila Solo Gesang